Behandlung von Burnout

Mithilfe von Urlaub einem Burnout entkommen? Dieser nett gemeinte Ratschlag belegt nur, dass viele Menschen die Erkrankung unterschätzen, die früher als typische „Manager-Krankheit“ bezeichnet wurde. So sind viele Personen der Ansicht, dass sich die nötigen Kraftreserven durch einen ausgiebigen Urlaub wieder auftanken lassen, sodass man den täglichen Anforderungen im beruflichen und privaten Alltag wieder gewachsen ist. Bei einem gesunden Menschen mag dies auch der Fall sein, bei einer Person, die unter einem Burnout leidet, hingegen nicht.

Merke: Auch mit einem ausgedehnten Urlaub lässt sich den Ursachen für ein Burnout nicht entfliehen!

Hierzu muss man wissen, dass ein Burnout nicht nur durch externe Faktoren, wie etwa das soziale oder berufliche Umfeld, ausgelöst wird, sondern eben auch durch eigene Verhaltens- und Denkmuster, die zu negativem Stress führen können. Der erste Schritt aus der Burnout-Falle ist daher die Erkenntnis, dass man Hilfe benötigt.

Verschiedene Therapiemöglichkeiten bei einem Burnout

Vorab sei angemerkt: Es existiert keine universelle Standard-Therapie bei einem Burnout, die für jeden Betroffenen gleichermaßen geeignet ist. So richtet sich die Behandlung stets nach der Lebenssituation und der Persönlichkeit des Patienten. Während es in leichteren Fällen von Burnout bereits ausreichend sein kann, die eigene Arbeits- bzw. Lebenssituation zu sortieren bzw. zu ändern, ist professionelle Hilfe bei schwerwiegenden Fällen von Burnout unausweichlich.

Therapiemöglichkeit 1: Psychotherapie

Psychotherapie, vor allem eine Verhaltenstherapie, kann sich bei typischen Burnout-Symptomen als hilfreich erweisen. Je nach Ausprägung der Burnout-Symptome kann die Behandlung entweder stationär oder ambulant erfolgen. Das Ziel einer solchen Therapie ist der Austausch negativer Gedanken durch positive und eine Stärkung des Selbstbewusstseins des Patienten. Der Betroffene lernt beispielsweise, seine eigenen Emotionen bewusst wahrzunehmen und zu kommunizieren. Er lernt, sich gegen Stress besser behaupten zu können. Dies geschieht unter anderem durch verschiedene Methoden der Stress- und Konfliktbewältigung. Ebenfalls kann der rege Austausch mit anderen Betroffenen, beispielsweise in einer Gruppentherapie, hilfreich sein, um eine Besserung für den Patienten herbeizuführen.

Eine Veränderung von Verhaltensweisen, die zu einer Überforderung und damit einem Burnout beigetragen haben, ist das Ziel einer Psycho- bzw. Verhaltenstherapie. Hierbei muss jedoch angemerkt werden, dass nahezu alle Verhaltensweisen auch ihre Vorteile haben. Der Patient muss im Rahmen der Therapie lernen, gewisse Verhaltensweisen vorübergehend abzustellen, um der Burnout-Falle zu entkommen. Dies kann beispielsweise eine perfektionistisch Vorbereitungsweise in beruflichen Situationen oder den bewussten Verzicht auf Konflikte mit Vorgesetzten betreffen.

Therapiemöglichkeit 2: Medikamente

Sollten beim Burnout depressive Symptome dominierend und stark ausgeprägt sein, können dem Patienten Medikamente verschrieben werden. Medikamente sollten aber grundsätzlich als ergänzende Therapiemöglichkeit gelten, da sich hierdurch die Ursachen für das Auftreten der Burnout-Symptome nicht beheben lassen.
Als besonders wirksam haben sich Präparate aus der Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) erwiesen. Durch diese Medikamente wird der Effekt vom Botenstoff Serotonin verstärkt. Als Nebenwirkungen können jedoch Schlafstörungen, Störungen der Libido, Zustände innerer Unruhe und Erregung sowie Probleme im Magen-Darm-Bereich auftreten.

Medikamente können dem Betroffenen bei einem Burnout durchaus Linderung verschaffen, die Ursachen für das Auftreten der Burnout-Symptome können sie hingegen nicht beheben.

Was Sie selber bei einem Burnout unternehmen können

Sie selbst kennen Ihr emotionales Befinden am besten. Aus diesem Grund können auch Sie verschiedene Dinge unternehmen, um wieder in Ihr seelisches Gleichgewicht zu finden. Achten Sie vermehrt auf feste Schlafenszeiten und eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Zudem können Sie Ihren Körper durch regelmäßige Bewegung stärken und Ihr Wohlbefinden steigern.

Planen Sie ausreichend Zeit für Erholungspausen ein, so voll Ihr Terminkalender auch sein mag. Schaffen Sie sich auch zwischen Ihren Terminen Ruhe- und Entspannungsinseln, in denen Sie sich mit schönen Dingen vom Alltag ablenken. Begleitend hierzu können auch Entspannungstechniken hilfreich sein, um Stress abzubauen.

Verändern Sie Ihre Arbeitssituation: Vor allem, wenn Sie unter einem stressigen beruflichen Alltag zu leiden haben, überdenken Sie Ihre täglichen Abläufe in der Arbeit. Eventuell können Sie verschiedene Aufgaben an andere Mitarbeiter delegieren. Unter Umständen kann auch eine berufliche Neuorientierung der Schlüssel zu beruflichem Erfolg und Zufriedenheit sein.

Sie selbst kennen sich am besten; daher können auch Sie selbst verschiedene Dinge unternehmen, um der Burnout-Falle zu entkommen.