Symptome von Burnout

Viele prominente Leistungsträger haben sich bereits zu Burnout bekannt. Aber dieses Phänomen kann jeden treffen. Jeder der im modernen Leben viel leisten muss und nicht selten an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit gebracht wird. Angehörige von sozialen und lehrenden Pflege- und Serviceberufen sind besonders betroffen. Führungskräfte und Manager, alle, die viel mit Menschen zu tun haben und ihre Aufgabe sehr ernst nehmen. Ebenso wie Perfektionisten und Powerarbeiter, die schwer Nein sagen können.


In einer Leistungsgesellschaft drohen aber die Grenzen zwischen gesundem und ungesundem Stress, Überengagement und Erschöpfung zu fließen. Die Warnzeichen und Symptome eines Burnouts kommen schleichend. Burnout ist kein Versagen, sondern ein Zeichen von Überlastung.

Gefährdet sind vor allem Menschen in den mittleren Jahrzenten.

Wenn man innerlich ausbrennt

Gefährdet sind Menschen in den mittleren Jahrzehnten, in denen sich das Leben gefestigt hat, man beruflich Fuß fasst, eine Partnerschaft oder Ehe eingegangen ist oder Familie gegründet hat. Vielerlei Verpflichtungen, auch die Sorge um alternde Eltern oder noch halbwüchsige Kinder, machen es schwer, abzuschalten. Oft sind es mehrere Symptome, die sich gegenseitig verstärken, die ein frühzeitiges Gegensteuern verunmöglichen. Welche Symptome weisen auf eine sich abzeichnende oder bereits vorhandene Burnout-Situation hin?

Alles beginnt ganz harmlos

Sich ankündigen kann sich dieser Zustand mit einer „ganz normalen“ Überreiztheit, Übellaunigkeit oder inneren Unruhe die vermutlich jeder schon einmal erlebt hat. Wächst sich dies zu einer chronischen Überreizung aus und zur Unfähigkeit sich zu entspannen sollte man hellhörig werden. Viele Betroffene erleben sich als chronisch übermüdet, sind aber nicht in der Lage zu einem erholsamen Schlaf zu finden, weil die Probleme und Erlebnisse des Tages auch nachts nicht weichen wollen. Einschlaf- und Durchschlafstörungen, denen mit Medikamenten begegnet wird, sind latente Fallstricke auf dem Weg zu einer neuen Ausgeglichenheit und verstärken durch die latente Abhängigkeitsgefahr die Tendenz zu Antriebsschwäche und Verzweiflung.

Burnout Symptome erkennen und ernst nehmen!

Ab einem gewissen Leidensdruck lassen Rückzugstendenzen und Verstimmungen auch eine Nähe zur Depression erkennen. Angstattacken und Panikgefühle lassen vermuten, dass es sich jetzt nicht mehr einen latenten, sondern einen virulenten Burnout handelt. Die Grenzen zwischen beiden Befindlichkeiten verwischen sich zusehends. Spätestens jetzt beobachten Betroffene auch eine zunehmende Teilnahme- und Lustlosigkeit an allen positiven Lebensformen wie Freude, Freizeit-Gestaltung, Sinnlichkeit, Gesellschaft, Sexualität. Kein Wunder, dass auch das menschliche Miteinander in Partnerschaft, Familie, Beruf, Business und Gesellschaft darunter leiden können.

Leider ist es oft so, dass die Betroffenen zu große Scham empfinden, um sich anderen zu offenbaren. Aber Burnout ist nichts, dessen man sich schämen müsste. Sich frühzeitig mit vertrauten Menschen darüber auszutauschen und Lösungswege zu suchen, ist zielführender und heilsamer.

Auch der Körper leidet mit

Kontinuierliche Dauer-Frustration, Schlaflosigkeit, Unruhe beschädigen allerdings auch die körperliche Unversehrtheit, denn das menschliche Immunsystem nimmt seelischen und psychischen Stress sehr ernst. Das körpereigene Immunsystem ist ein feines Geflecht, das auf innerpsychische und mentale Veränderungen mittelbar reagiert. Undefinierbare Rückenschmerzen, Kopfweh und Migräne, Magen- und Darmstörungen sollte man nicht übersehen. Häufiger Schwindel, Kreislaufprobleme und die Neigung zu Infekten sind bereits deutliche Signale eines Burnouts, Hörsturz und Tinnitus keine seltenen Erscheinungsformen und auch unser größtes Organ, die Haut, meldet sich nicht selten mit Überreizungen bis zur Ausbildung einer Neurodermitis.

Symptome nicht betäuben, sondern als Helfer sehen

Wenn Ärzte keine organischen Defekte feststellen können, sind sie oft allzu schnell bereit, Psychopharmaka und Beruhigungsmittel zu verschreiben, also die Symptome zu bekämpfen anstatt die Ursachen zu klären. Jetzt sind Betroffene selbst gefordert, sich professionelle Hilfe zu suchen – mit Bewegungstherapie, Meditation, Entspannungsübungen und Bädern ist es in der Regel nicht getan. Wer die Symptome eines Burnouts wirkungsvoll bekämpfen will, sollte zu den Wurzeln vorstoßen. Die Symptome von Burnout und Überforderung sind vor allem ein Anlass, einmal Stopp zu sagen und in sich hineinzuhorchen.