Depression vermeiden

Da Depressionen oft nicht erkannt werden, ist das Ausmaß dieser Erkrankung für viele Beteiligte oftmals nicht richtig einzuschätzen. Dennoch sind die Ursachen dieser Gemütsschwere bekannt – und können erfolgreich umgangen werden.

Struktur in das Leben bringen

Viele Betroffene leben weitgehend unkoordiniert in den Tag hinein. Sie erledigen die anfallenden Aufgaben ganz nach Lust und Laune – nicht selten werden wichtige Termine wieder und wieder aufgeschoben, weil es an Kraft oder Motivation fehlt, ihnen sofort nachzukommen. Wichtig ist es daher, eine sogenannte To-do-Liste zu erstellen, die möglichst für jeden Tag etwa drei bis fünf zu erledigende Punkte umfassen sollte. Dabei kann es sich etwa um Treffen mit Freunden und Kollegen, das Pensum für die Arbeit, den Fortschritt beim Hobby oder ähnliche Vorhaben handeln. Diese sollten aber eingehalten werden und können somit dem Leben ein wenig Struktur verleihen.

Gutes von Schlechtem unterscheiden

Ein weiteres Manko vieler Personen mit Neigung zur Depression liegt in ihrer Unfähigkeit, wahre Bedeutungen zu erkennen. Sie können ein gut gemeintes Lob als Kritik auffassen, wichtige Anregungen als Mobbing begreifen – eine Last, unter der sie früher oder später zerbrechen. Dennoch sollte der Versuch unternommen werden, Worte, Handlungen und Gesten als das zu verstehen, was sie tatsächlich darstellen. Hierbei kann es auch eine wichtige Rolle spielen, Bedeutendes von Unbedeutendem zu unterscheiden. Selbst wenn es einmal Kritik gibt, kann diese von einem Kollegen kommen, dem ein Urteil in diesem Falle nicht zusteht. Dieses darf also unbeachtet bleiben.

Bereits alltägliche positive Dinge sollten geschätzt und anerkannt werden.

Das Erlebte verarbeiten

Der Schritt, zwischen Wichtigem und Unwichtigem zu differenzieren, mag sehr schwer sein. Hilfreich dabei gestaltet es sich allerdings, das über den Tag oder über die Woche Erlebte selbst aufzuarbeiten. Gespräche mit der Familie und Freunden können hierfür ebenso eine große Bedeutung einnehmen wie das Niederschreiben einzelner Punkte in einem Tagebuch.Menschen mit künstlerischer Ader tendieren sogar dazu, besonders positive oder negative Erfahrungen in Geschichten und Gedichten, in Bilder oder Skulpturen einfließen zu lassen. Auch dieser Prozess kann dabei helfen, das eigene Leben in geordnete Bahnen zu führen, ihm Stabilität und eine realistische Selbsteinschätzung zu verleihen.

Soziale Bindungen aufbauen

Für diese Selbsteinschätzung bedarf es zuweilen aber eines Austauschs mit anderen Personen. Wichtig ist es daher, im Gespräch mit Freunden, Kollegen und Bekannten immer auch das eigene Ich zu reflektieren. Allerdings gilt dafür, dass der Kreis an möglichen Kommunikationspartnern nicht allzu groß ausfallen darf – mehr Einflüsse können für eine mental geschwächte Person einen erheblichen Aufwand darstellen, alle Eindrücke zu filtern. Es empfiehlt sich somit ein kleiner Kreis an wenigen guten Freunden, ausgesuchten Kollegen und dem einen oder anderen Bekannten, dessen Aussagen man schätzt. Ein Umfeld also, das dem Betroffenen einen Halt geben kann.

Negative Einflüsse vermeiden

Darüber hinaus ist es ratsam, alle äußeren Einflüsse zu reduzieren, die den zur Depression Neigenden in Trauer, Angst, Sorgen oder Grübelei reißen. Bücher und Filme mit negativer Grundausrichtung sollten daher ignoriert werdenBesser ist es dagegen, gezielt nach Formen der Unterhaltung zu suchen, die zur Ablenkung beitragen, die das Gemüt anregen, die vielleicht sogar die eigene Kreativität ansprechen und die insgesamt belebend wirken. Ähnliches gilt für den beruflichen wie den privaten Alltag: Hier sollten alle Anflüge von Stress vermieden werden. Wer sich davon auf der Arbeit nicht befreien kann, darf im Gegenzug das Wochenende ohne Termine und Zeitdruck verbringen.

Auf die Ernährung und die Bewegung achten

Neben den mentalen Eigenschaften des Betroffenen ist in der Medizin aber ebenso bekannt, dass auch körperliche Ursachen einer Depression vorliegen können. Das ist meist dann der Fall, wenn der Organismus mit zu wenig Sauerstoff oder einer zu geringen Menge an Vitaminen und Mineralen gespeist wird. Eine gesunde Ernährung, die vornehmlich auf pflanzliche Kost setzt, kann also ebenso wie ein Spaziergang am Nachmittag bereits helfen. Leichte sportliche Aktivitäten sollten ein oder zwei Mal in der Woche absolviert werden – damit wiederum wird der Stoffwechsel angeregt und ebenfalls ein wichtiger Beitrag zur Vermeidung der Depression geleistet