Behandlung von Burnout

Wer sich völlig ausgebrannt fühlt, hat den Eindruck, plötzlich geht nichts mehr. Doch ein Burnout ereilt niemanden quasi über Nacht. Stets gibt es vorher Anzeichen und Symptome von Burnout, die auf die drohende Gefahr hinweisen. Zwar verläuft ein Burnout absolut individuell, doch handelt es sich dabei immer um einen Prozess, der sich über einen längeren Zeitraum erstreckt. Burnout-Forscher sind sich darüber einig, dass jeder Betroffene zunächst verschiedene Phasen durchlebt, bevor es zum Höhepunkt kommt.

Ergebnisse der Burnout Forschung

Burnout ist ein Phänomen, das seit langem bekannt ist. Zahlreiche Wissenschaftler widmen sich dem Thema und entsprechend umfänglich sind die Veröffentlichungen und Thesen zum Burnout.

Aussagekräftige Längsschnittstudien sind in der Burnout-Forschung allerdings bis heute eher die Ausnahme, ebenso wie die konstruktive Zusammenarbeit zwischen einzelnen Forschungsbereichen. In der Forschung zum Burnout wird oft isoliert gearbeitet, weshalb zu bestimmten Fragen abweichende Positionen vertreten werden. Das betrifft auch die vielen Versuche, Phasen von Burnout zu unterscheiden und damit den Krankheitsverlauf zu beschreiben.

Unterschiedliche Phasenmodelle

Die folgende Übersicht geht auf verschiedene Phasenmodelle ein, um ein möglichst facettenreiches Bild zur Entwicklung eines Burnout zu geben – von den ersten Warnsignalen bis hin zum finalen Stadium.


  • 7 Burnout-Phasen nach Matthias Burich

    1. Warnsymptome der Anfangsphase

      (Idealismus gepaart mit starkem Engagement bis hin zur Hyperaktivität, übersteigerte Ansprüche an sich selbst, Abschalten kaum noch möglich, erste Anzeichen von Erschöpfung)

    2. Reduziertes Engagement

      (Stimmungsschwankungen, gestörtes Selbstwertgefühl, mangelnde Selbstachtung, Pessimismus, Gefühle von Hilflosigkeit und Leere bis hin zur Apathie, Ängste, Schuldzuweisungen an sich und andere)

    3. Emotionale Reaktionen

      (Stimmungsschwankungen, gestörtes Selbstwertgefühl, mangelnde Selbstachtung, Pessimismus, Gefühle von Hilflosigkeit und Leere bis hin zur Apathie, Ängste, Schuldzuweisungen an sich und andere)

    4. Abbau der Leistungsfähigkeit
    5. Emotionale und geistige Verflachung
    6. Psychosomatische Reaktionen
    7. Verzweiflung
  • 12 Burnout-Phasen nach Vinzenz Mansmann

    1. Drang nach Anerkennung und übersteigerter Ehrgeiz
    2. Übertriebene Leistungsbereitschaft
    3. Ausblenden eigener Bedürfnisse
    4. Überforderung und Ignorieren von Warnsignalen
    5. Verzerrtes Wahrnehmen der Realität
    6. Übergehen erster Beschwerden
    7. Rückzug
    8. Beratungsresistenz
    9. Entfremdung
    10. Innere Leere
    11. Depressionen
    12. Totale Erschöpfung
  • 4 Burnout-Phasen nach Edelwich

    1. Idealistische Begeisterung
    2. Stillstand
    3. Frustration und
    4. Apathie
  • 3 Burnout-Phasen nach Lauderdale

    1. Verwirrung
    2. Frustration und
    3. Verzweiflung
  • 3 Burnout-Phasen in Etappen nach Christina Maslach

    1. Erschöpfung

      (Emotionale, später auch physische Erschöpfung)

    2. Dehumanisierung

      (Geprägt von negativen Gedanken, Einstellungen und Gefühlen Kollegen und Partnern gegenüber sowie Rückzugsstrategien)

    3. Terminales Stadium


Modelle versus Realität

Alle diese Modelle basieren auf der Analyse einer Vielzahl von Burnout-Fällen und versuchen, Gemeinsamkeiten zu veranschaulichen. Dennoch ist der Krankheitsverlauf bei jedem Einzelnen individuell. Kein Burnout verläuft genau so, wie ein Modell ihn beschreibt. Nicht jeder Betroffene beobachtet alle Symptome an sich oder erlebt jede Phase genau so, wie sie beschrieben wird.

Die Phasenmodelle zeigen jedoch typische Symptome von Burnout auf, die auf eine Burnout-Erkrankung hindeuten. Das erleichtert es, erste Warnsignale für eine Bedrohung durch Burnout wie auch Anzeichen für einen bereits fortgeschrittenen Burnout-Prozess zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern. Denn in fortgeschrittenen Phasen eines Burnouts fällt es Betroffenen zunehmend schwerer, Hilfe zu suchen und anzunehmen.

Wer einige der beschriebenen Symptome von Burnout oder Phasen des Burnouts an sich beobachtet, sollte nicht zögern, einen kompetenten Ansprechpartner zu konsultieren. Das kann ein Arzt, ein Psychologe oder ein Coach sein. Auch wenn es Hinweise darauf gibt, ein Kollege oder Angehöriger könnte von Burnout betroffen sein, sollte Verständnis signalisiert und Unterstützung angeboten werden.